Kontrollierte Wohnraumbelüftung (KWL)

Unser Haus ist neu gebaut und mit einer Kontrollierten Wohnraumbelüftung (KWL) ausgestattet. Wir haben uns damals für das Modell Pluggit Avent P450 entschieden. Wir versorgen drei Etagen über Bodenauslässe mit frische Luft und saugen in den Bädern und im Essbereich verbrauchte Luft in der Decke wieder ab.

Das Gerät besitzt 3 Stufen und läuft standardmäßig in Stufe 2. Die Stufe 3 ist vorgesehen für Situationen, in denen sich viele Menschen im Haus aufhalten (z.B. Partys). Die Stufe 1 kann man bei Abwesenheit nehmen, wenn ein reduzierter Luftaustausch ausreicht. Wir nehmen sie in den Abendstunden, um das „Grundrauschen“ in den ruhigen Abendstunden auf ein Minimum zu reduzieren. Im Alltag hört man die Lüftung ansonsten nicht.

Zwar wird für die Lüftung eine Fernbedienung mitgeliefert; ich möchte aber die Steuerung über die Heimautomatisierung vornehmen. Insbesondere möchte ich auf Ereignisse reagieren und Zeitschaltuhren programmieren können. Meine Anwendungen sind u.a.:

  • Abends die Lüftung reduzieren, Nachts die Lüftung wieder aktivieren
  • Bei Abwesenheit die Lüftung reduzieren
  • Bei Kaminnutzung die Lüftung ausschalten.
  • Bei zu vielen offenen Fenstern (im Sommer) die Lüftung ausschalten
  • Die Lüftung bei zu hoher/zu niedriger Luftfeuchtigkeit regeln

Deswegen habe ich die Lüftungsanlage in die Heimautomatisierung integriert.

Technische Integration

Die technische Integration der Lüftung habe ich erst einmal mit minimalen Mitteln gemacht. Mit dem vom Hersteller angebotenen Kabelbaum APKB1 kann man Steuerungsfunktionen übernehmen. Wir haben uns für die einfachste Art entschieden.

Die Lüftung läuft in Stufe 2 und durch Kurzschließen des Adernpaars „Force Step 1“ wird sie in Stufe 1 geschaltet. Öffnet man die Kabelverbindung wieder, geht die Anlage zurück in Stufe 2. Das gleiche ist möglich für das Adernpaar „Force Step 3“.

Anschlusskabel APKB1 für Pluggit Event P450 Lüftung

Anschlusskabel APKB1 für Pluggit Event P450 Lüftung

Das haben wir mit einem Schaltaktor realisiert (ich habe das Modell SA/S 8.16.6.1 genommen, der muss es nicht sein – ein SA/S 8.16.2.1 tut es auch). Jeweils ein Kanal ist als Schließer verwendet. Im Schaltaktor habe ich über Logikverknüpfung ausgeschlossen, dass beide Kanäle gleichzeitig eingeschaltet sein können.

Das Kabel bietet alternativ noch ein Adernpaar „External Control 0-10V“. Damit erreicht man das gleiche, wenn man unterschiedliche Spannung anlegt. Ich fand diese Integrationsmöglichkeit weniger einfach und habe mich dagegen entschieden.

(Es gibt noch ein Adernpaar „Hearer 0-10V“. Damit bekommt man von der Lüftung signalisiert, dass Zuheizen notwendig ist, weil die Außenluft zu kühl wird. Dies ist derzeit nicht angeschlossen)

Steuerung

Die Steuerung der Lüftung habe ich mit einem Logikbaustein im Home Server (Gira Homeserver) umgesetzt. Denn neben den Schaltaktoren für „Force Step“ gibt es noch den Schaltaktor, um die Steckdose der Lüftung zu schalten. Der Logikbaustein „Lueftersteuerung 3 Stufen“ erlaubt es, zwischen Automatikbetrieb und Handbetrieb zu unterscheiden.

KWL1

Als Eingabe brauchen wir:

  • Eine übergeordnete Freigabe (diese kann ich nutzen, die Lüftung zu blockieren, wenn niemand sie ändern soll)
  • Stufendirektwahl: Ich gebe von Außen die Stufe vor (Handbetrieb)
  • Stufe+/Stufe-: Ich gehe eine Stufe höher oder niedriger (das kann man z.B. auf Taster in den Wohnräumen legen – ebenfalls Handbetrieb)
  • Ausschalten: Ich möchte/muss die Lüftung ausschalten
  • Automatik: Ich steuere die Lüftung ohne Zutun des Bewohners
  • Stufenvorwahl: die automatisch „errechnete Stufe“ (hier kann der Homeserver bestimmen, welche Lüftungsstufe jetzt laufen soll)

Für die Ausgänge brauchen wir:

  • Szenen zum Ein- und Ausschalten der Lüftung
  • Szenen für die einzelnen Lüftungsstufen

 

Im Wohnzimmer habe ich eine „+“ und eine „-“ Taste definiert. Damit schaltet die Lüftung automatisch in den Handbetrieb und passt die Lüftungsstufe an. Mit einem SmartSensor (Gira 1246 671) habe ich die Anzeige der aktuellen Lüftungsstufe realisiert. Er kann im Display ein Ventilatorsymbol anzeigen (Lüftung an oder aus) und hat die Möglichkeit, die Lüftungsstufe als Ziffer darzustellen.

Bei den Tastsensoren (Gira Tastsensor komfort 3) nutze ich LEDs für die Anzeige des Lüftungsstatus. Blau bedeutet Lüftung läuft normal, grün steht für reduziert und rot für intensiv. Kein LED-Licht bedeutet, dass die Lüftung aus ist. Damit kann ich auch im Schlafzimmer neben dem Bett dezent anzeigen, wie die aktuelle Lüftungsstufe ist.

Anwendungsmöglichkeiten

Mit der oben beschriebenen Logik-Programmierung und den Szenen kann ich jetzt „intelligente“ Steuerung über den Homeserver vornehmen. Hier ein paar Beispiele.

Zeitschaltuhr

Der Automatikbetrieb unserer Lüftung ist so eingestellt, dass ich ihn über eine Zeitschaltuhr abends um 20 Uhr in den reduzierten Modus setze und um 24 Uhr wieder zurück in den Normalbetrieb schalte. Wir finden das angenehm, um abends das Grundrauschen etwas zu reduzieren.

Kaminabend

Wenn wir den Kamin anmachen, schalte ich die Lüftung für 4 Stunden aus. Ich habe dafür eine Sequenz eingerichtet, um die Lüftung zu suspendieren. Am Anfang der Sequenz „Lüftungspause Kamin“ wird die Lüftung ausgeschaltet. Nach vier Stunden schaltet die Sequenz die Lüftung wieder ein.

Die Funktion ist hauptsächlich dafür da, keine kühle frische Luft ins Wohnzimmer einzubringen und die warme Luft abzusaugen. Die Sequenz kann man von Hand starten oder wenn der Temperatur-Sensor im Kamin das Feuer bemerkt.

Osterfeuer

Findet am Sonnabend vor Ostern das Osterfeuer bei uns statt riecht es stark verbrannt. Wie suspendieren die Lüftung dann für 10 Stunden, um im Haus noch die frische Luft zu nutzen.

Zu viele offene Fenster

Jedes Fenster hat bei uns einen Kontakt. Der Homeserver zählt die offenen Fenster (pro Etage und für das ganze Haus). Überschreitet das unsere Schwellwerte wird die Lüftung ebenfalls abgeschaltet. Das passiert z.B. im Sommer, wenn wir alle Fenster aufmachen.

Partyschaltung

Bei einer Party haben wir im Homeserver eine Sequenz angelegt, die eine ganze Reihe von Dingen tut. Unter anderem wird die Lüftung auf die maximale Stufe gestellt und verhindert, dass diese geändert werden kann. Nach 8 Stunden schalten wir sie wieder in den normalen Modus

Abwesenheit

Wenn wir das Haus verlassen, aktivieren wir die Abwesenheits-Schaltung. Diese reduziert die Lüftung. Aktivieren wir die Anwesenheit, dann schalten wir die Lüftung wieder in den normalen Modus.

 

 

 

 

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Der Audio-Aktor

Irgendwie konnte ich nicht widerstehen. Ich habe mir den Audio-Aktor von WHD gekauft (AM 840). (Das Gerät wird schon länger nicht mehr hergestellt und ist nur noch zeitweise bei e-Bay im Angebot.)

Was kann man damit machen? Man kann mehrere Audio-Quellen entgegen nehmen und auf vier Zonen in mono (stereo 2 Zonen) schalten. Für jede Zone lässt sich die Quelle wählen und die Lautstärke einstellen.

Ich möchte damit vier Bereich beschallen: Terrasse 1, Terrasse 2, Essen und Wohnen. In allen Bereichen habe ich Mono-Lautsprecher installiert, die für den Alltag völlig ausreichen (für audiophilen Hörgenuss haben wir im Wohnzimmer eine zusätzliche Ausstattung).

Die Hardware

Neben dem Aktor AM 840 muss ein Trafo her, der diesen mit 24V versorgt. Außerdem braucht man für jede Zone einen Verstärker. Ich habe mich für einen HiFi Raspberry Pi als einzige Audio-Quelle entschieden – auch dieser braucht eine Stromversorgung (5V).

Teile

Dimensionierung des 24V Netzteils: Audio-Aktor 200 mA + 4x 800 mA = 3200 mA -> 4200 mA

Dimensionierung des 5V Netzteils: 2400 mA lt. Pi-Anleitung

Es bietet sich an, alle Geräte auf einer Hutschiene zu installieren. Das habe ich mal probiert. Das Bild zeigt ein frühes Stadium beim Testen. Später habe ich es dann professionell verkabelt (Dank an meinen Freund Frank für die Anleitung).

Den Audio-Aktor habe ich entsprechend des mitgelieferten Schaltplans mit dem Netzteil und den Verstärkern verbunden. Der KNX-Bus wird wie üblich angeschlossen.

Für das Audio-Signal habe ich nur einen Eingang belegt und hier das Signal aus dem Klinkenstecker des HiFiBerry verbunden. Da ich den Audio-Aktor auf Mono betreibe, muss man entweder aus dem Stereo-Signal auf elektrischem Wege ein Mono-Signal machen oder später per Software das entsprechend konfigurieren.

Die Hutschiene selbst konnte ich zentral festschrauben, mit 230V versorgen (für die beiden Netzteile) und von dort aus die Verstärker mit den Lautsprechern verbinden.

AM 840 installation

Das Bild zeigen eine Vorstufe der endgültigen Installation.

Die KNX-Konfiguration

Bei der KNX-Konfiguration vergebe ich für fast alle Funktionen eine Gruppenadresse. Bei der Quellenauswahl belasse ich es bei der absoluten Variante und die Feineinstellungen (Höhen, Bass, Mitten) sowie den Zonenruf lasse ich aus.

AM 840 KNX Adressen

Die Grafik zeigt Beispielhaft für die ersten beiden Zonen die Adresszuordnung. Beim Schalten nehme ich eine weitere Adresse, um alle gleichzeitig ein- bzw. auszuschalten. Das kann ich gut benutzen, wenn ich im Haus ganze Bereiche ausschalte (Licht und nun auch den Ton).

Auf eine Wippe meines SmartSensors lege ich die Regelung einer Audio-Zone, d.h. sie verhält sich ähnlich eines Dimmers: Ein/Aus und lauter/leiser sind auf die Wippe gelegt. So kann man die Lautstärke bequem im Raum regeln.

Der Homeserver

Im Homeserver habe ich eine Sequenz hinterlegt, die beim Verlassen des Gebäudes abgearbeitet wird. Unter anderem ruft diese eine Reihe von Szenen auf, um Dinge im Haus auszuschalten. Ich ergänze diese Sequenz um eine Szene, die alle Audio-Zonen ausschaltet.

Ich verwende den Gira Homeserver. Dort sieht das dann etwa so aus:

HomeServer Audio Szene

Außerdem richte ich im Homeserver eine „Rückruf-Funktion“ ein. Das ist vergleichbar mit einem REST-Call (nur eben proprietär), sodass der Raspberry PI die Chance hat, den KNX-Aktor einzuschalten. Im Prinzip handelt es sich um einen Web-Call, bei dem der Homeserver auf einem Port lauscht. In diesem Fall muss er nicht einmal Parameter auswerten, sondern jeglicher Web-Call wird akzeptiert. Allerdings muss der Call von einem akzeptierten Gerät bzw. einer vordefinierten IP-Adresse kommen.

HomeServer Zone einschalten

Die Sequenz „Audio-Zone 3 Ein“ macht alles Notwendige, um die Zone einzuschalten. Ich rufe an dieser Stelle eine Sequenz auf, damit ich alle Arten von Aktionen kombinieren kann.

Die Software

Als Software verwende ich ShairPort-sync. Ich habe die Software nach der Anleitung installiert und es ging sofort. Ich dem Empfänger noch einen guten Namen gegeben und als Ausgabe meine HifiBerry-Hardware konfiguriert. Damit konnte es schon losgehen.

Als Ergänzung habe ich noch ein Script eingeführt, dass eine Zone beim Start eines Streams aktiviert. Bei uns ist das der Essbereich, weil wir dort am häufigsten Musik hören. Andere Zonen lassen sich einfach dazu schalten.

Der Ausblick

Einige Dinge fehlen noch:

  • Bisher kann man nur per AirPlay Musik abspielen. Als nächstes möchte ich unsere Standard-Radiosender, Audio-Dateien oder Playlists, die auf einem Fileserver liegen ebenso abspielen.
  • Die Konfiguration des Raspberry Pi möchte ich noch nach Ansible übertragen, damit ich in einem Jahr noch weiß, was ich da eigentlich konfiguriert habe.

Waschmaschinen-Support

Wir haben in unserem Haus zwei Waschmaschinen und einen Wäschetrockner im Keller in einem Hauswirtschaftsraum stehen. Bei allen Geräten haben wir immer wieder das Problem, dass wir nicht daran denken, die Wäsche heraus zu nehmen, wenn sie fertig sind, weil wir die Maschinen nicht hören. Deswegen habe ich mehrere Benachrichtigungsmechanismen gebaut, damit wir auf dem Laufenden bleiben.

Im Wohnzimmer benutze ich einen Gira SmartSensor, der in Sichtweite vom Sofa ist, um die laufenden Maschinen anzuzeigen. Im Essbereich habe ich einen Gira Tastsensor 3, der jeweils eine LED pro Maschine blinken lässt, während diese laufen.

Außerdem verschicke ich eine E-Mail, sobald eine Maschine gestartet wurde, und eine weitere E-Mail, sobald die Maschine fertig ist.

Und das ganze mache ich wie folgt:

Der KNX-Part

Ich habe die Steckdosen der Waschmaschinen und des Trockners auf Schaltaktoren gelegt, die mit Stromerkennung ausgerüstet sind. Ich verwende dafür die ABB SA/S12.16.6.1 Schaltaktoren 16A.

ABB SA:S8.16.6.1

Der Aktor kann mit einem Schwellwert konfiguriert werden. Dazu muss bei den Funktionen des Kanals „Stromerkennung freigeben“ eingeschaltet werden. Danach können verschiedene Eigenschaften konfiguriert werden. Ich habe mich für folgendes entschieden:

WaMa config 1

  • Als Datentyp reicht mir ein 2-Byte-Counter
  • Grundsätzlich reicht es, wenn ich einmal pro Stunde (3600 Sekunden) den Stromwert bekomme.
  • Bei Veränderung von 50mA möchte ich den Stromwert aber auch bekommen.
  • Ich gebe dann einen Schwellwert frei, d.h. ich bekomme eine Boolsches-Gruppenadresse, die mir sagt, ob der Wert überschritten wurde oder nicht.
  • Hier ist die Skalierung von 10mA in Kombination mit dem Schwellwert wichtig. D.h. 11 x 10mA = 110mA ist der Schwellwert mit einer 25mA Hysterese.

Und so habe ich das mit Gruppenadressen verbunden.

WaMa config

Den Schwellwert muss man für jede Maschine separat herausfinden. Einige Geräte zeigen schon uneingeschaltet einen Stromverbrauch. Hier weiß ich nicht, ob es am Messverfahren des Schaltaktors liegt oder ob die Geräte wirklich verbrauch. Außerdem will man nicht, dass das Gerät schon im ungestarteten Zustand auslöst. Erst wenn das Waschprogramm läuft, soll die Anzeige losgehen.

Bei Überschreiten des Schwellwerts können wir nun Signal geben, indem wir die Gruppenadresse am Schwellwert benutzen. Ich habe dazu die Gruppenadresse mit Anzeigemöglichkeiten beim Gira SmartSensor und Gira Tastsensor 3 verbunden.

WaMa config 3

Die Abbildung zeigt beispielhaft den Tastsensor.

Der Homeserver-Part

Im Homeserver möchte ich darüber hinaus eine langlebigere Benachrichtigung einbauen. Ich möchte E-Mails bekommen, damit ich auch noch später daran erinnert werden, dass da etwas zu tun ist. Wenn Strom erkannt wird, schicke eine E-Mail, dass Gerät gestartet wurde. Wenn für längere Zeit kein Strom mehr erkannt wurde, schicke E-Mail, dass Gerät fertig ist.

Ich habe das im Gira Homeserver 4 mit einer Logik implementiert.

WaMa config 4

Dies funktioniert wie folgt:

  1. Wenn der Stromwert einem konfigurierbaren Schwellwert überschreitet, dann starte ein Watchdog für eine gewisse Latenzzeit.
  2. Starte den Watchdog immer wieder neu, wenn der Stromwert über dem Schwellwert liegt.
  3. Wurde der Watchdog das erste Mal gestartet, dann sende eine Start-E-Mail
  4. Ist der Watchdog abgelaufen, dann sende eine Ende-E-Mail

Das habe ich für alle drei Geräte zusammen geklickt.

Außerdem merke ich mir noch Datum und Zeit, wann die Geräte gestartet wurden, sodass ich das anzeigen kann. Dann kann ich entscheiden, ob ich schon in die Nähe der Maschine gehe, weil ich weiß, wie lange das Programm etwa dauert. Und ich ermittle einen boolschen Wert, ob irgendeins der Hausgeräte läuft und zeige das in der Oberfläche des Homeservers an. Damit sehe ich auf den ersten Blick in der Smartphone-App, ob im Hauswirtschaftsraum noch etwas zu tun ist.

Rauchmelder

Wir haben das Haus mit Gira Rauchwarnmeldern 2330 02 ausgestattet. Ich finde, dass diese gut aussehen. Das Gerät wird mit einer 9V Blockbatterie versorgt.

 

Um die Rauchmelder in unsere Hauselektronik zu integrieren habe ich sie um das Funkmodul erweitert (Gira 2341 00). Damit sind die Rauchmelder im Gira Funkbus anlernbar.

Rauchmelder lassen sich mithilfe des Funkbus in einer Gruppe zusammenfassen. Dadurch melden alle Rauchmelder einen Alarm, sobald einer etwas signalisiert. Es ist etwas frickelig, die Rauchmelder über den Funkbus miteinander zu verbinden, wenn man aber sehr genau der Anleitung folgt, funktioniert es tadellos.

Über den Funkbus wird der Alarm, der Probealarm und das Batterie-Alle-Signal gesendet.

Wir haben in unserem Einfamilienhaus drei Etagen. Ich habe pro Etage die Rauchmelder miteinander verknüpft. Etagenübergreifend ist beim Funkbus wegen der Betondecken nicht sinnvoll.

Nachteile

Im Normalfall kann eine gute Batterie den Rauchmelder mehrere Jahre (5-10) mit Strom versorgen. Durch die Funkmodule verkürzt sich diese Zeit aber drastisch. Wir haben es bisher mit normalen Marken-Batterien auf bis zu 18 Monate gebracht. Als nächstes werden wir U9VL-J probieren.

 

Fensterüberwachung

Wir haben für unseren Neubau alle Fenster mit Reed-Kontakten ausstatten lassen, mit denen wir den Zustand des Fensters (offen, geschlossen) erkennen können. Der Hersteller hätte auch Kontakte mehr liefern können (z.B. gekippt) – das haben wir nicht bestellt.

Als Anwendungsfall nutzen wir die Fenster für verschiedene Dinge.

  • Bei der Haustür zeigen wir an, ob Fenster geöffnet sind. Das ist hilfreich, wenn man das Gebäude verlässt. In einem Text-Display werden Kürzel für jeden Raum, in dem Fenster geöffnet sind (z.B. „WoZi li“).
  • Im Schlafzimmer zeigen wir an, ob im Keller oder im Erdgeschoss noch Fenster geöffnet sind. Das können wir nutzen, um abends vor dem zu Bett gehen, vergessene Fenster zu schließen.
  • Möchten wir die Abluft-Dunstabzugshaube einschalten, so muss mindestens ein Fenster in der Nähe geöffnet sein.
  • Sind zu viele Fenster geöffnet, dann deaktivieren wir die kontrollierte Wohnraum-Lüftung (KWL)
  • Ist das Haus auf „Abwesenheit“ geschaltet und ein Fenster wird geöffnet, dann bekommen wir eine Alarm-Meldung gesendet.

So haben wir es gemacht

Jeder Fensterkontakt ist mit einem Kanal eines Binäreingangs verbunden. Ich habe mich hier für das Modell von ABB entschieden: BE/S 8.20.2.1. Es hat Kontaktabfrage und sendet somit zyklisch selbständig einen Impuls, um zu überprüfen, ob der Kontakt geschlossen ist. Man kann bereits mit den Standard-Einstellungen auswertbare Ergebnisse erzielen. Lediglich die Polarität muss man je nach Anwendungsfall unterscheiden.

Im Gira Homeserver werte ich alle geöffneten und geschlossenen Fenster aus. Ich nehme eine Oder-Verküpfung für alle Fenster eines Geschosses, um mit einer blinkenden LED am Tastsensor 3 anzuzeigen, ob z.B. noch ein Fenster im Erdgeschoss geöffnet ist. Außerdem nehme ich diesen Wahrheitswert, um die Dunstabzugshaube zu blockieren.

Mit einem Textgenerator hänge ich alle Kürzel hintereinander, um im Display die offenen Fenster anzuzeigen. Das sende ich als Zeichenkette an die KNX-Geräte, die Texte darstellen können (Gira InfoDisplay und Gira SmartSensor).

 

Erkenntnisse

Nicht alle Kontakte funktionieren

Bei über 20 Fenstern haben wir leider zwei, bei denen der Reed-Kontakt nicht anspricht. Wir wissen nicht, ob es am Kontakt oder an der Zuleitung liegt. Es ist deshalb auf jeden Fall empfehlenswert, die Kontakte in der Bauphase zu prüfen und die Verlängerungen so zu platzieren, dass man ersetzen kann bzw. die Kabelverbindungen überprüfbar sind.

Gleich die Türen mit einschließen

Es bietet sich an, auch die Haus/Kellertüren bzw. Wohnungstüren mit zu versorgen. Dann lässt sich auch erkennen, ob z.B. die Haustür offen steht.

Kein Hinweis auf abgeschlossen

Es ist noch einmal wichtig anzumerken, dass die Kontakte nicht feststellen, ob ein Fenster oder eine Tür abgeschlossen ist. Es wird lediglich festgestellt, ob das Fenster oder die Tür geschlossen ist. In ungünstigen Fällen kann es sein, dass es reicht, die Tür oder das Fenster eng anzulehnen.

Anwesenheitssimulation mit dem Homeserver

Es gibt REG, mit denen man Anwesenheitssimulation machen kann (z.B. Siemens N345). Der Gira Homeserver kann ebenfalls diese Funktion bieten. Wenn man eine Anwesenheitssimulation haben möchte, sollte man sich überlegen, ob der Homeserver dadurch nicht ein weiteres Argument bei der Kostenkalkulation bekommt.

Die Anwesenheitssimulation mit dem Homeserver ist eine einfache Funktion. Der Homeserver kann das Auftreten von ausgewählten Telegrammen aufzeichnen und dann wieder abspielen. Das kann man nutzen, um Lichtsteuerung aufzuzeichnen, man kann aber auch Jalousien, Vorhänge oder andere Dinge damit aufzeichnen.

Sammelbehälter einrichten

Die Telegramme lassen sich mit dem Modul „Anwesenheitssimulation“ des Gira Homeservers aufzeichnen. In dem Dialog legt man mit „Neu“ einen Sammelbehälter für die Telegramme an, z.B. „Innenbeleuchtung EG“. Beim Gira Homeserver sind alle Speicher als Ringspeicher organisiert. D.h. man muss sich überlegen, wie groß der Ring sein soll, bevor er überschrieben wird. Hier hilft leider nur ausprobieren und Erfahrung sammeln. Es tut aber nicht weh, wenn man mit einer großen Zahl anfängt.

Grob kalkuliert man:

  • Wie viele Kommunikationsobjekte will ich sammeln? Z.B. 20
  • Wie häufig werden Telegramme mit einer Adresse an einem Tag gesendet? Z.B. 10 mal
  • Wie viele Tage will ich zwischen speichern? Z.B. 2 Wochen = 14 Tage

20 x 10 x 14 = 2800 aufgerundet 3000

Das stellt man in dem Dialog dann entsprechend ein.

Anwesenheitssimulation 1

Außerdem vergibt man zwei neue Kommunikationsobjekte. Mit der einen kann man zwischen Aufzeichnen und Simulation umschalten. Mit der anderen kann man abfragen, wieviele Aktionen gespeichert wurden.

Kommunikationsobjekte auswählen

Dann geht es an das Auswählen der Kommunikationsobjekte. Hier bietet es sich natürlich an, zuerst die Schaltobjekte von Beleuchtung zu nehmen. Für jedes Objekt hat man die Möglichkeit, eine Zwangszeit (in Minuten) festzulegen. Nach dieser Zeit, wird auf jeden Fall der Zwangswert gesendet. Das ist dafür geeignet, z.B. das Ausschalten von Beleuchtung sicher zu stellen.

Meine Empfehlung ist es, den Sammelbehälter nach Gebäudebereichen und Funktionen zu trennen. Ich habe z.B. die Innenbeleuchtung für jedes Geschoss separat aufgezeichnet und unsere elektr. Vorhänge ebenfalls.

Bitte beachten: Ist der Homeserver auf einer anderen Bus-Linie, müssen die Gruppenadressen aus anderen Stockwerken dorthin weitergeleitet werden, damit er sie aufzeichnen kann. Ansonsten bleibt der Sammelbehälter leer.

Testbetrieb und Warmlaufen

Ist die Software auf dem Homeserver aktualisiert, fängt das Gerät an, alle ausgewählten Telegramme aufzuzeichnen. Nach ein paar Tagen lohnt sich dann der Blick, ob schon genügend Elemente zusammen gekommen sind. Nach Ablauf der gesamten Zeitspanne (z.B. 2 Wochen) sollte der Ringspeicher noch nicht komplett voll sein.

Um den Test zu starten, kann man beispielsweise einen Schalter mit der Gruppenadresse vom Schaltobjekt der Anwesenheitssimulation verbinden. Dann sollte der Homeserver beginnen, die Telegramme von vor 2 Wochen abzuspielen (bei Beleuchtung empfehlen sich hier die Abendstunden).

Ich schalte die Anwesenheitssimulation automatisch ein, wenn ich das Gebäude verlasse und schalte sie wieder aus, wenn wir nach Hause kommen.

Und sonst noch?

Wenn man die Anwesenheitssimulation ausschaltet bleibt alles so, wie es ist. D.h. eingeschaltete Lampen usw. bleiben an. Sie werden auch nicht mehr nach der Zwangszeit ausgeschaltet. Deswegen habe ich mit eine Sequenz gebaut, die beim Ausschalten der Anwesenheitssimulation erst einmal überall (bis auf den Eingangsbereich) das Licht ausschaltet.

Der Homeserver kann in mehrere separate Sammelbehälter aufzeichnen. Das kann man für unterschiedliche Zwecke verwenden:

  • Geschosstrennung
  • Trennung von Licht und Beschattung
  • Mehrere Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus

Damit kann man sehr genau entscheiden, was in der Simulation drin ist.

Erkenntnis: Ventilaktoren sind nicht unbedingt nötig

Wir haben Fußbodenheizung mit 230V-Ventialaktoren (ABB VAA/S 12.230.2.1) zum Betrieb der Öldruck Öffner/Schließer an den Ventilen. Diese werden praktisch nur  ein- und ausgeschaltet. Eine Steuerung der Durchflussmenge bringt hier wenig. Diese kann man auch mit Schaltaktoren steuern. Z.B. bieten die Schaltaktoren von ABB SA/S 12.16.6.1 diese Möglichkeit. Man konfiguriert die „Betriebsart“ eines Kanals einfach als „Heizungsaktor“. Vorteil: Man hat viele gleiche Reiheneinbaugeräte. Dadurch kann man gerade wenn man auf jeder Etage mit KNX Reiheneinbaugeräten arbeitet, Kanalgenau die Aktoren verwenden, denn jeder weitere Kanal kann zum Schalten verwendet werden.

Man muss aber auch noch daran denken, dass die Schaltaktoren (mit Handbedienung) beim Schalten klacken. Wenn also die Aktoren in den Wohnräumen zu hören sind, ist es ggf. keine gute Idee, diese zu verwenden.